Legende feiern und Geschichte schreiben
Am 22. März war es endlich soweit: Das Diego-Abschiedsspiel im ausverkauften Weserstadion. Die Werder-Legende Diego Ribas da Cunha bekommt das zurück, was er dem Verein und den Fans in seiner Zeit bei Werder gegeben hat (2006-2009). Unser WFC war mit acht Personen vor Ort. Trotz individueller Reiseplanung konnten wir uns im Viertel gemeinsam auf das Event einstimmen. Auf dem Weg zum Stadion hat der Wind unseren ersten Gruppenfotoversuch leicht erschwert, das zweite war schneller im Kasten. Danach trennten sich unsere Wege in die verschiedenen Steh- und Sitzbereiche.
Alles was dann kam war reiner Genuss. Alleine die Namen der Spieler, vor allem der 2009-Pokalsieger, zu hören und sie auf dem Feld zu sehen, waren großartig. Natürlich mit einer ordentlichen Portion Nostalgie und ein bisschen Wehmut. Im Kader waren zum Beispiel Per Mertesacker, Philipp Bargfrede, Tim Borowski, Thorsten Frings, Naldo, Zlatko Junuzovic, Markus Rosenberg, Ivan Klasnic, Nelson Valdez und natürlich Ailton (er darf bei keinem Werder-Event fehlen). Und die Begrüßung von Thomas Schaaf im Weserstadion verursacht wirklich jedes Mal eine riesen Gänsehaut. Nach ihm betrat dann der Hauptaktakteur des Abends das Stadion und zwar „DIE-GO“ :-)
Die Stimmung im Stadion kam nach und nach in Gang. Einige Werder-Lieder, viele Torjubel und ganz ordentliche La-Ola-Wellen kamen zusammen. Am eindrucksvollsten waren die „DIE-GO“ rufe, die wie ein mehrfach überlagertes Echo durch das Stadion hallten. Diegos Einsatz endete mit einem grandios von Ivan Klasnic rausgeholten Elfer und dem dann durch Diego verwandelten finalen 6:5-Siegtreffer für die Werder-Legenden gegen die Diego-All-Stars. Thomas Schaaf zeigte die Auswechslung an und Schritt mit Diego im Arm auf die Spielfeldmitte. Die nun beginnende Show war wunderschön anzusehen und ehrenvoll.
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Am Sonntag setzten wir unsere aufregende Fußballreise mit einem weiteren spannenden Highlight fort. Von unseren acht Personen haben sich vier auf den Weg nach Hamburg gemacht zum Halbfinale im DFB-Pokal der Frauen gegen den Erzrivalen HSV.
Die Reise nach Hamburg traten insgesamt ca. 15.000 Bremer-Fans an, der Volkspark war an diesem Tag mit 57.000 Zuschauern restlos ausverkauft stellte somit auch einen neuen Zuschauerrekord im Frauen-Fußball in Deutschland auf.
Es war bei herrlichen Frühlingswetter alles für das Nordderby der Frauen angerichtet.
Auf den Rängen war eine fantastische Stimmung, im Block der grün-weißes peitschten dieses mal Mädels die Kurve an, was sie echt stark gemacht haben. Aber nun genug Vorbericht, auf geht’s, lasst die Mädels spielen
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Die erste Chance Spiel hatten die grün-weißen, aber die HSV-Mädels hielten als Zweitligist gut dagegen. Unsere Spielerin Matheis sah relativ früh eine gelbe Karte was später noch eine Rolle spielen wird. Die Hamburgerinnen fanden zunehmend besser ins Spiel und kreierten die gefährlicheren Möglichkeiten. Unsere Mädels liefen in den ersten 45 Minuten oft dem Ball und den Gegnerinnen hinterher, so ging es nach 45 Minuten mit 0:0 in die Pause.
Kurz nach der Pause ging es für die Werder-Mädels Schlag auf Schlag erst sah Mahmoud eine gelbe Karte wegen angeblicher Schwalbe, obwohl das Tackling Elfmeter würdig war und keine drei Minuten später sah Matheis nach einem Foulspiel gegen die auffällige Baum die Ampelkarte und flog mit gelb-rot vom Platz. Kein guter Start für unsere Bremerinnen in die zweite Hälfte.
Aber zum Glück steckten die Mädels die Rückschläge gut weg und kamen besser ins Spiel. Der HSV machte komischerweise nun weniger fürs Spiel und so passierte aus heiterem Himmel in der 81‘ Minute die Führung der Bremerinnen vor der eigenen Kurve. Weidauer setzte die HSV-Keeperin unter Druck, diese vertändelt den Ball und Weidauer schiebt die Kugel ins Netz. Die Freude beim Bremer-Anhang war riesig und wir sehnten uns schon im Finale, da der HSV auch keine gefährlichen Aktionen entwickeln konnte. Doch ein Foul in der 90‘ Minute am 16ner änderte alles. Den abgefälschten Freistoß lenkte Peng noch an die Latte, doch Stöckmann köpft das Ding zum 1:1 ins Tor. Extase pur im Volkspark bei den HSV-Anhängern, aber das soll es noch nicht gewesen sein. Denn die letzte Chance hatte grün-weiß. Die HSV-Keeperin lenkte einen Querschläger in der 90+2‘ Minute noch um den Pfosten. Es hieß Verlängerung, was für die 10 Bremerinnen nicht einfach werden würde dachten wir. Doch es sollte anders kommen bis zur 117‘ war alles offen. Jeder richtete sich schon auf Elfmeterschießen ein, bis Weidauer von Mahmoud super angespielt wird und das Ding zum 1:2 ins Tor haut! Wieder übelste Freude im Bremer-Block, doch das sollte nur 4 Minuten später noch gesteigert werden als Wieder den Ball zum 1:3 für die Bremerinnen im Tor unterbringt. Jetzt herrschte völlige Extase im Block. Und der Block sang „Hier regiert der SVW, hier regiert der SVW, … oder DERBYSIEGER DERBYSIEGER HEY HEY.
Somit endet das Fußball-Wochenende richtig positiv und die Reise in den Norden hatte sich voll gelohnt.